Kerze mit Farbe und einmal mit zu viel Farbe

Warum deine Kerze nicht richtig brennt. Zum Einfluss von Farbpigmenten.

Warum deine Kerze nicht richtig brennt und was Farbe und andere Stoffe damit zu tun haben

Viele denken bei Problemen mit dem Brennverhalten sofort an falsches Wachs oder einen ungeeigneten Docht. Doch oft liegt die Ursache ganz woanders. Der Einfluss, den die Pigmente in Kerzenfarben auf das Brennverhalten einer Kerze haben können, wird beim Kerzengießen häufig unterschätzt. Ein einfacher Test soll helfen das Problem deutlich zu erkennen und es verständlicher zu machen.

In diesem Beitrag erfährst du, warum zu viel Kerzenfarbe problematisch sein kann und wie du typische Fehler vermeidest.

Kerze brennt schlecht? Ein einfacher Test zeigt den Unterschied

DIY-Kerzenmaterial

Für unseren Test haben wir zwei identische Kerzen angefertigt. Sie wurden unter den exakt gleichen Bedingungen hergestellt und haben die gleiche Zusammensetzung. Die gleichen Gläser und Dochte aus unserem Shop, je 70 Gramm von unserem Sojawachs 4130 und auch die gleiche Duftmenge von Vanilla Crème Brûlée wurde verwendet.

viel Kerzenfarbe vs. wenig Kerzenfarbe

Der einzige Unterschied liegt in der Farbmenge. Eine Kerze wurde mit 2ml schwarzer Flüssigkerzenfarbe stark eingefärbt, die andere nur minimal mit 2 Tropfen. Schon schnell nach dem Aushärten zeigte sich beim Brenntest ein Unterschied. Während sich beide Kerzen zunächst ähnlich verhielten, entwickelte die stärker gefärbte Kerze bereits nach kurzer Zeit eine kleinere Flamme. 


 

Nach etwa zwei Stunden war der Unterschied deutlich sichtbar. Der Schmelzpool blieb bei der stark gefärbten Kerze kleiner, was darauf hindeutet, dass der Docht mehr leisten muss. Am nächsten Tag verstärkte sich dieser Effekt noch einmal. Die Flamme war klein, instabil und hatte Schwierigkeiten, sich richtig zu entwickeln. Die schwächer gefärbte Kerze hingegen brannte ruhig und gleichmäßig.

Der Einfluss von Kerzenfarbe auf das Brennverhalten

eine Kerze brennt sehr gut ab, die andere Kerze brennt schlecht ab

Warum brennt eine Kerze mit mehr Farbe schlechter? Die Antwort liegt im Aufbau der Kerze. Eine Kerze funktioniert wie ein fein abgestimmtes Brennsystem. Der Docht saugt flüssiges Wachs nach oben, wo es verdampft und die Flamme speist.

Wird das Wachs jedoch stark mit Pigmenten oder anderen Zusätzen, wie Duftöl oder Mica-Powder angereichert, verändert sich seine Dichte. Die Folge: Der Docht kann das Wachs schlechter aufnehmen und transportieren. Dadurch erhält die Flamme weniger Brennstoff, besonders bei stark deckenden Farben, was zu typischen Problemen führt wie:

  • kleine oder instabile Flamme
  • schlechter Schmelzpool
  • Probleme beim erneuten Anzünden


Typische Fehler beim Kerzen gießen vermeiden

das flüssige Wachs in jeweils ein Glas gießen

Gerade beim Kerzen selber machen ist es verlockend, kräftige Farben zu verwenden. Doch hier gilt: Die richtige Dosierung ist entscheidend. Zu viel Farbe kann das gesamte Brennsystem aus dem Gleichgewicht bringen.

Wenn du kräftige Farbergebnisse erzielen möchtest, solltest du darauf achten, die Farbmenge schrittweise zu erhöhen und das Ergebnis zu testen. Alternativ kann es sinnvoll sein, den Docht anzupassen, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden.

Auch die Kombination aus Farbe und Duft spielt eine Rolle. Je mehr Zusätze im Wachs enthalten sind, desto stärker wird die Kapillarwirkung des Dochtes beeinflusst.


Fazit: Weniger Farbe, besseres Brennverhalten

Wenn deine Kerze schlecht brennt oder die Flamme zu klein ist, lohnt sich ein genauer Blick auf die verwendete Farbmenge. Oft liegt die Ursache nicht am Wachs, sondern an zu vielen Pigmenten im System.

Mit einer ausgewogenen Dosierung und abgestimmten Materialien kannst du nicht nur optisch ansprechende, sondern auch technisch einwandfrei brennende Kerzen herstellen.

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